Lebensmittelchemie und Physiologische Chemie

Getreide im Glas und Laborutensilien

Chemie und Toxikologie von Nahrungsmitteln im Fokus (Copyright: CC0 Creative Commons, Pixabay)

Im Fokus der grundlagenorientierten und anwendungsfähigen Forschung und Lehre in den Bereichen Lebensmittelchemie und Physiologische Chemie stehen die Identifizierung funktioneller Lebensmittelinhaltsstoffe, die Aufklärung molekularer Mechanismen entsprechender Komponenten und deren Relevanz im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit. In Österreich ist allein an diesem Standort die kombinierte Fachkompetenz in Lebensmittelchemie und Lebensmitteltoxikologie vorhanden. Im Bereich der Lebensmittelchemie eröffnen sich hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und toxikologischer Bewertung neue Synergien z.B. mit der Technischen Universität Wien, der Universität für Bodenkultur Wien und auch der Medizinischen Universität Wien. Insbesondere betrifft dies das Forschungsfeld der Lebensmittelchemie bei der Interferenz von Nahrungsmitteln und Lebensmittelinhaltsstoffen mit Chemotherapeutika sowie die Mykotoxinforschung und das hochaktuelle Feld der Nanotoxikologie.

Im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit werden zelluläre Wirkmechanismen unterschiedlichster Lebensmittelbestandteile (bioaktive Komponenten, Kontaminanten, Nanopartikel) in Systemen des humanen Verdauungstrakts untersucht, wobei ein Spektrum an biochemischen, molekularbiologischen, toxikologischen und analytischen Techniken zur Verfügung steht.

Schwerpunkte der Physiologischen Chemie sind die Identifizierung und Charakterisierung von bioaktiven Lebensmittelinhaltsstoffen sowohl als isolierte Verbindungen als auch als Verbindungen in Lebensmittelmatrices unter besonderer Berücksichtigung der Lebensmittelverarbeitung.

Der Nachweis der Bioaktivität erfolgt in Untersuchungen an isolierten Zellen und im Rahmen von Humaninterventionsstudien unter Verwendung verschiedener Lebensmittelmatrices, wobei auch translationale Ansätze verfolgt werden.

Die zur Anwendung kommenden Techniken erfassen die Bioverfügbarkeit der Zielverbindungen sowie deren Bioaktivitäten auf genregulatorischer (DNA und RNA Expression) und proteinregulatorischer Ebene, ebenso wie Auswirkungen auf das metabolische Profil.

Die Forschungsaktivitäten auf den Gebieten Lebensmittelchemie, Lebensmitteltoxikologie und physiologische Chemie ermöglichen ideale Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb der Fakultät für Chemie und den Fakultäten für Lebenswissenschaften (Ernährungswissenschaften, Pharmazie, Mikrobiologie), Geowissenschaften und Physik. Dies zeigt sich u. a. in der aktiven Teilnahme an dem Forschungsverbund „Chemistry Meets Microbiology“ (CMM). Darüber hinaus werden die Kooperationen mit der TU Wien, der Universität für Bodenkultur Wien/IFA Tulln, der Medizinischen Universität Wien sowie wirtschaftlichen Partnern gestärkt.