Javier Mateos erhält Wissenschaftspreis 2026 der GÖCH und ÖAW
Ass.-Prof. Javier Mateos vom Institut für Organische Chemie wurde für seine Forschung zu kationischen Selenuranen mit dem Wissenschaftspreis 2026 der GÖCH und ÖAW ausgezeichnet. Der gemeinsam von der Gesellschaft Österreichischer Chemiker (GÖCH) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) verliehene Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Nachwuchswissenschaftler*innen auf dem Gebiet der Chemie. Mateos erhielt die Auszeichnung am 21. September im Rahmen der Chemietage 2026 in Krems.
Von hochreaktiven Radikalen zu lagerfähigen Reagenzien

Von hochreaktiven Radikalen zu lagerfähigen Reagenzien
Die 2025 in Angewandte Chemie International Edition veröffentlichte Arbeit widmet sich einer langjährigen Herausforderung der Selenchemie: Selen(III)-Radikale sind hochreaktiv und daher nur schwer zu isolieren und zu handhaben. Die Mateos-Gruppe entwickelte kationische Selenurane, die als Feststoffe stabil sind und über längere Zeit unter normalen Umgebungsbedingungen gelagert werden können. In Lösung setzen die Verbindungen Selenradikalkationen frei – Selen(III)-Spezies, die als Oxidationsmittel oder als Reagenzien zur Einführung von Selenonium-Bausteinen eingesetzt werden können. Das Team konnte das Reagenz im 17-Gramm-Maßstab herstellen und durch einfache Filtration aufreinigen. Die Studie schafft damit eine praktische Grundlage für die Erforschung einer bislang nur schwer zugänglichen Oxidationsstufe des Selens.
Über Javier Mateos
Javier Mateos absolvierte sein Bachelorstudium in Chemie an der Universitat de Barcelona und spezialisierte sich im Masterstudium auf Organische Chemie. 2017 wechselte er nach Italien, wo er an der Università degli Studi di Padova unter der Betreuung von Prof. L. Dell’Amico promovierte. Nach Abschluss seiner Dissertation im Jahr 2022 ging er für eine Postdoc-Stelle an das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Deutschland und arbeitete dort in der Gruppe von Prof. T. Ritter.
Im Oktober 2024 begann er seine unabhängige wissenschaftliche Laufbahn als Tenure-Track-Professor am Institut für Organische Chemie der Universität Wien. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Reagenzien und Katalysatoren, mit besonderem Schwerpunkt auf der Chemie der Hauptgruppenelemente und ungewöhnlichen Oxidationsstufen.
Originalpublikation:
Kirill Zhiliaev, Boris Maryasin, Hanspeter Kählig, Marcos Gil-Sepulcre, Javier Mateos (2025)
Cationic Selenuranes – Bench-Stable Sources of Se(III) Radicals. In Angewandte Chemie International Edition 64, e202513534
DOI: 10.1002/anie.202513534
