Mit einer Banane einen Nagel einschlagen? Geht das?
Bei der Kinderuni 2026 an der Fakultät für Chemie gab es für junge Besucherinnen und Besucher wieder viel Gelegenheit zum Staunen und Mitmachen – zwischen buntem Slime, brennenden Seifenblasen und, ja, tatsächlich einer Banane, die es mit einem Nagel aufnehmen kann. Wie das alles zusammenhängt? Der Reihe nach.
Chemie macht Spaß: Slime aus der Vorratskammer
Im Laborsaal, in dem sonst Studierende ausgebildet werden, experimentierten diesmal Volksschulkinder: Unter dem Motto "Chemie macht Spaß!" zeigte das Team von Elisabeth Hofer anhand von Alltagsprodukten und Bastelarbeiten, wie viel Chemie im täglichen Leben steckt. Die Ergebnisse durften natürlich mit nach Hause genommen werden.
Besonders beliebt war bunter Slime aus nachhaltigen Zutaten: Flohsamenschalen, Wasser und Lebensmittelfarbe. Weder Kleber noch Waschmittel kommen dabei zum Einsatz – und trotzdem steckt Chemie dahinter. Flohsamenschalen enthalten Polysaccharide, lange Ketten aus Monosacchariden, die besonders viel Wasser binden können: Sie nehmen das fünfzigfache ihres eigenen Gewichts auf und erzeugen so die elastische Konsistenz des Slimes. (Hier geht's zur Anleitung)
Anhand von Experimenten zeigten Mitarbeiterinnen des Chemiedidaktik-Instituts, wie Kälte und Wärme die Eigenschaften von Materialien verändern können: Ein Bad im Trockeneis lässt Fruchtgummi-Würmer zerbrechen, weil ihre Polymerketten die Beweglichkeit verlieren; ein geschrumpfter Luftballon dehnt sich wieder aus, sobald seine Moleküle bei Raumtemperatur wieder in Bewegung geraten. Und eine reife Banane? Wird im Trockeneis tatsächlich so hart, dass man damit einen Nagel ins Holzbrett schlagen kann.
Klimakrise! Kann die Chemie sie lösen?
Spektakuläre Effekte und lautstarke Begeisterung gab es auch beim Experimentalvortrag von Norbert Kandler. Anhand von Verbrennungen und Explosionen von Diethylether und Wasserstoff ging er den Ursachen der Klimakrise auf den Grund – und suchte gemeinsam mit dem Publikum nach möglichen Lösungen. Professionell ausgestattet mit Labormantel und Schutzbrille durften die Kinder bei den Experimenten auch mithelfen.
Zum Symbol des Nachmittags wurde dabei ausgerechnet eine Seifenblase: Sie stand für die Erde und ihr fragiles Klimasystem, schwebte zur Decke und ging dort spektakulär in Flammen auf. Anders als bei normalen Seifenblasen kam dabei Methan zum Einsatz, das bei Kontakt mit einer Flamme spektakulär verbrennt. (Nachmachen ausdrücklich nicht empfohlen – anders als der Slime ist das kein Experiment für zu Hause.)
So beeindruckt waren die jungen Besucherinnen und Besucher, dass viele von ihnen nach dem offiziellen Ende des Programms mehr erfahren wollten: Sie drängten sich mit Fragen um den Demonstrationstisch und inspizierten die Laborausrüstung. Norbert Kandler – der während des Semesters für die ebenso spektakulären Experimente der Einführungsvorlesung sorgt – ist seit vielen Jahren mit Leidenschaft bei der Kinderuni dabei und nahm sich gerne die Zeit, alles zu erklären und zu zeigen.
Es ist genau diese Neugier – der Wunsch zu verstehen, warum etwas explodiert, brennt oder sich verändert –, aus der letztlich jede wissenschaftliche Frage entsteht. Vielleicht ist sie es auch, die manche der jungen Gäste Jahre später als Studierende in genau diesen Hörsaal zurückführen wird.
