Großer Andrang in den Laboren: 1.300 Gäste bei der Langen Nacht der Forschung 2026
Am 24. April öffnete die Fakultät für Chemie erneut im Rahmen der Langen Nacht der Forschung ihre Türen für die Öffentlichkeit. Rund 1.300 Besucher*innen – darunter viele Familien mit Kindern, aber auch Alumni und Alumnae – nutzten die Gelegenheit, mit Forschenden direkt ins Gespräch zu kommen.
Im Fakultätsgebäude in der Währinger Straße boten zahlreiche Mitmachstationen und Experimentalvorträge Raum zum Ausprobieren und Diskutieren. Auch Dr. Katharina Seifert-Prenn, Bezirksrätin im Alsergrund, besuchte die Veranstaltung. Parallel dazu war die Fakultät mit weiteren Stationen im Hauptgebäude der Universität Wien vertreten.
Licht als Werkzeug der Chemie
Licht ist weit mehr als ein physikalisches Phänomen: Wie es auf molekularer Ebene mit Materie wechselwirkt, stand an mehreren Stationen im Mittelpunkt. Arbeitsgruppen aus der Organischen, Physikalischen und Theoretischen Chemie zeigten, wie diese Prozesse in Bereichen wie nachhaltigen Energielösungen, Spektroskopie oder medizinischen Anwendungen genutzt werden.
Besonders für Kinder wurde Chemie greifbar: Sie erkundeten Fluoreszenz und Phosphoreszenz mit selbstgemachtem Schleim und leuchtenden Tattoos oder tauchten per Virtual-Reality-Brille in dreidimensionale Molekülstrukturen ein. Ein Experimentalvortrag machte chemische Reaktionen zudem durch eindrucksvolle Farbwechsel unmittelbar erlebbar.
Chemie in Zellen und Organismen
Auch in biologischen Systemen spielen chemische Prozesse eine zentrale Rolle. Chemiker*innen der Fakultät forschen an der Schnittstelle zu Biologie und Medizin. Besucher*innen erfuhren, wie Zellen auf Umwelteinflüsse reagieren und wie die Chemie hilft, zielgerichtetere und nebenwirkungsarme Krebstherapien zu entwickeln.
Erläutert wurden zudem die Wirkung des Hormons Oxytocin auf das Sozialverhalten sowie die molekularen Grundlagen der Parkinson-Krankheit. Ein Simulator machte die motorischen Herausforderungen der Erkrankung im Alltag physisch erfahrbar. Einen popkulturellen Kontrast dazu bot ein Faktencheck, der die wissenschaftliche Plausibilität von Science-Fiction-Klassikern prüfte.
Lebensmittelchemie und Geschmackssinn
„Natur pur“ ohne Chemie? Die Arbeitsgruppen der Lebensmittelchemie und Physiologischen Chemie zeigten, dass gerade die chemische Analyse für Sicherheit und Qualität sorgt. Präsentiert – und verkostet – wurde unter anderem ein an der Universität entwickeltes Leinöl mit besonders hohem Omega-3-Gehalt.
Die Besucher*innen erkundeten die molekularen Grundlagen von Geruchs- und Geschmackssinn ein und experimentierten selbst: Von der pH-Wert-Bestimmung bis zur Frage, wie chemische Einflüsse unsere DNA beeinflussen können. Junge Forscherinnen wurden von der Fachdidaktik Chemie eingeladen, den Beta-Carotin-Gehalt in Alltagsprodukten wie Kosmetika oder Vitaminpräparaten zu analysieren.
Forschung im gesellschaftlichen Dialog
Der Besucherrekord 2026 unterstreicht den Wunsch nach direktem Austausch mit der Wissenschaft. Chemie ist nicht nur eine Schlüsseldisziplin für die Zukunft, sie überrascht, fasziniert und macht Spaß. Die Fakultät bedankt sich bei allen Gästen für das große Interesse und bei den beteiligten Arbeitsgruppen und Mitwirkenden für ihr Engagement, das diesen Abend möglich gemacht hat.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei der Langen Nacht der Forschung 2028!
