Vienna Science Slam 2026: Ein Abend voller Wissenschaft, Storytelling und Spaß
Vienna Science Slam 2026: Ein Abend voller Wissenschaft, Storytelling und Spaß
Wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass der Lithium-Ionen-Akku im eigenen Smartphone Feuer fängt? Dieser und vielen weiteren Fragen widmete sich der zweite Science Slam des Vienna Science Circle.
Seit seiner Gründung durch Mitglieder des Instituts für Biologische Chemie im Jahr 2023 hat sich der Vienna Science Circle zu einer lebendigen Community entwickelt, der heute auch Mitglieder der TU Wien, der Medizinischen Universität Wien und der BOKU angehören. Der Verein bringt wissenschaftsbegeisterte Menschen unterschiedlichster Fachrichtungen und Hintergründe zusammen, organisiert Networking-Veranstaltungen, Workshops und Exkursionen und setzt sich für Wissenschaftskommunikation sowie den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein.
Am 11. Juni präsentierten Forschende verschiedener Disziplinen ihre Arbeit vor Publikum im Vienna Tunnel. Dabei waren auch vier Wissenschafter*innen der Fakultät für Chemie.
Die Doktorandin Eszter Borsos vom Institut für Lebensmittelchemie und Toxikologie begann ihre wissenschaftliche Laufbahn an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest. Dort beschäftigte sie sich mit organischer Synthese, entwickelte neue Moleküle und untersuchte deren Verhalten unter unterschiedlichen Bedingungen. Während ihres Masterstudiums verlagerte sich ihr Interesse zunehmend auf eine ergänzende Fragestellung: Was geschieht, wenn Menschen mit diesen Molekülen in Kontakt kommen? Heute verbindet ihre Forschung analytische Chemie und Toxikologie, um über die Nahrung aufgenommene Schimmelpilzgifte, deren Stoffwechsel sowie ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu untersuchen.
Milan Zachrdla stammt aus Tschechien und studierte Biochemie an der Masaryk-Universität in Brünn. Schon früh spezialisierte er sich auf Strukturbiologie und die Untersuchung von Proteinen mit Kernspinresonanzspektroskopie (NMR). Nach Forschungsaufenthalten an der École Normale Supérieure in Paris und am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften wechselte er als Senior Scientist in die Arbeitsgruppe von Dennis Kurzbach. Dort nutzt er moderne NMR-Methoden, um molekulare Strukturen auf atomarer Ebene zu erforschen.
Auch Claudia Cobos forscht am Institut für Biologische Chemie. Nach dem Chemiestudium an der Universität Santiago de Chile ging sie nach Australien, wo sie an der Queensland Tropical Health Alliance (QTHA) der James Cook University in Cairns in Biochemie promovierte. Im Mittelpunkt ihrer Dissertation standen entzündungshemmende Peptide. Heute erforscht sie, wie Protein-Protein-Interaktionen und posttranslationale Modifikationen das RNA-Spleißen regulieren, insbesondere die Assemblierung des Spleißosoms und die Biogenese kleiner nukleärer Ribonukleoproteine (snRNPs).
Doch wie sicher sind die Geräte, die wir täglich bei uns tragen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Batterieforscher Mahmoud Reda in seinem Vortrag. Laut Reda ist die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens von einem Blitz getroffen zu werden (1 zu 15.000), deutlich höher als die, einen Brand durch einen hochwertigen Lithium-Ionen-Akku zu erleben (1 zu 10 Millionen). Der aus Ägypten stammende Wissenschaftler kam nach seinem Masterstudium an der RWTH Aachen für seine Promotion an das Institut für Funktionelle Materialien und Katalyse. An der Schnittstelle von Chemie und Ingenieurwissenschaften arbeitet er an der Entwicklung sichererer Batteriematerialien der nächsten Generation, die dazu beitragen könnten, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.
Für Tim Baldensperger, Postdoc am Institut für Biologische Chemie, Vorstandsmitglied des Vienna Science Circle und Mitorganisator der Veranstaltung, bietet der Science Slam eine besondere Möglichkeit, Forschung und Gesellschaft miteinander zu verbinden:
„Als Forscher weiß ich, wie viel Leidenschaft und Einsatz in wissenschaftlicher Arbeit steckt. Gleichzeitig erreichen viele spannende Entdeckungen nie ein breiteres Publikum. Der Science Slam gibt Forschenden die Möglichkeit, das Labor zu verlassen und ihre Arbeit auf verständliche, spannende und unterhaltsame Weise mit der Öffentlichkeit zu teilen. Für mich ist das eine der schönsten Möglichkeiten, Wissenschaft und Gesellschaft miteinander zu verbinden.“
Interesse mitzumachen?
Die Mitgliedschaft im Vienna Science Circle steht allen offen, die sich für Wissenschaft begeistern und Teil einer aktiven wissenschaftlichen Community sein möchten.






