Ronald Glabonjat übernimmt die Leitung des Zentrums für Massenspektrometrie

14.08.2025

Der Analytische Chemiker, der zuletzt an der Columbia University tätig war, leitet seit August 2025 die MS Core Facility an der Fakultät für Chemie.

Ronald Glabonjat studierte Umweltsystemwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz und der Technischen Universität Graz und promovierte 2017 im Bereich Analytische Umweltchemie. Anschließend übernahm er die Leitung das Graz Central Lab – Environmental Metabolomics, bevor er 2020 an die Columbia University wechselte. Dort war er Co-Direktor des Multi-Element Trace Analysis Laboratory (METALab) und trat 2022 eine Stelle als Assistant Professor für Environmental Health Sciences an der an der Mailman School of Public Health an.

Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von Analytischer Chemie, Umweltwissenschaften und öffentlicher Gesundheit. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Speziationsanalyse von Spurenelementen. Ziel ist es, zu entschlüsseln, wie verschiedene chemische Formen von Elementen deren Verhalten oder Toxizität beeinflussen. Mit von ihm entwickelten massenspektrometrischen Methoden versucht Ronald Glabonjat, Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Umweltkontaminanten und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu gewinnen.

Gefördert unter anderem vom National Institutes of Health, unterstützte seine Arbeit zur Analyse von Spurenelementen in den USA große epidemiologische Studien über die Interaktion von Genen und Umwelteinflüssen bei chronischen Erkrankungen. Ebenfalls forschte er zu den Gesundheitsrisiken durch Metalle in Trinkwasser und Nahrungsmitteln, bis hin zu Dampf von E-Zigaretten. Im Jahr 2025 wurde er mit dem Calderone Junior Faculty Award ausgezeichnet, der herausragende wissenschaftliche Leistungen von Nachwuchswissenschaftler*innen auf dem Gebiet der Public Health würdigt.

Ronald Glabonjats Pläne am Zentrum für Massenspektrometrie? “Ich möchte die Arbeiten im Bereich der Analytischen Chemie gezielt um moderne Multi-Omics-Ansätze erweitern“, erklärt der Forscher. Seine umfangreiche Expertise in Metallomics, Metabolomics sowie in der Speziationsanalyse von Spurenelementen möchte er einbringen, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen chemischen Elementen, biologischen Prozessen und Umweltfaktoren ganzheitlich zu erfassen.

Innovative Ansätze bei der Kopplung analytischer Verfahren, etwa die Kombination von element- und molekularmassenspektrometrischen Techniken, können dabei zu einer deutlich effizienteren Datengeneration führen. Die Optimierung von Omics-Arbeitsabläufen soll nicht nur präzisere und umfassendere Analysen ermöglichen, sondern auch neue Erkenntnisse über kritische Umweltprozesse mit direktem Bezug zu präventiven und diagnostischen Gesundheitsaspekten ermöglichen.

„Mein langfristiges Ziel ist es, durch ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen, biochemischen Prozessen und Erkrankungsrisiken einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität zu leisten“, betont Ronald Glabonjat.

Auch exzellente Lehre ist für den neuen Leiter der Core Facility ein zentrales Anliegen: „Es ist mir wichtig, die nächste Generation herausragender Wissenschaftler*innen zu fördern und Studierende bereits früh für die Naturwissenschaften zu begeistern. Ich möchte ihnen ein tiefes Verständnis für analytische Methoden vermitteln und so die Grundlage für kreative, kritische und zukunftsorientierte Forschungspersönlichkeiten schaffen.“