Jean-Marie Lehn

Jean-Marie Lehn mit Bundespräsident Van der Bellen, Rektor Engl und Dekan Bernhard Keppler.

Der vielfach ausgezeichnete Chemiker Jean-Marie Lehn zählt zu den Pionieren der "supramolekularen Chemie" und erhielt im Jahr 1987 für die "Entwicklung und Verwendung von Molekülen mit strukturspezifischer Wirkung von hoher Selektivität" gemeinsam mit Donald J. Cram und Charles J. Pedersen den Nobelpreis für Chemie.

Als assoziiertes Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Fakultät für Chemie ist Lehn der Universität Wien eng verbunden und hat die Fakultät für Chemie über viele Jahre beratend begleitet.

Jean-Marie Lehn, geboren 1939 in Rosheim im Elsass, Frankreich. Ursprünglich beabsichtigte Lehn, Philosophie zu studieren. Er entschied sich dann doch für Chemie, Physik und Naturwissenschaften an der Universität Straßburg. Er promovierte im Jahr 1963 und ging danach an die Harvard University. Zwei Jahre später kehrte er nach Straßburg zurück, wo ihm 1968 die Synthese von Kryptanden – organischer Käfigmoleküle, die in ihren Hohlräumen Ionen und Moleküle einlagern können – gelang. Im Jahr 1970 wurde Lehn zum Professor für Chemie an der Louis Pasteur Universität Straßburg berufen, er erhielt zudem 1979 eine Professur für molekulare Wechselwirkungen am Collège de France in Paris. Der ehemalige Direktor des Instituts für Nanotechnologie in Karlsruhe und Gründer des Institut de Science et d’Ingénierie Supramoléculaires (ISIS) in Straßburg war als Gastprofessor an verschiedenen renommierten Hochschulen tätig und hat eine Vielzahl an Ehrungen und Auszeichnungen erhalten, darunter im Jahr 2001 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Am 12. März 2019 erhielt Jean-Marie Lehn das Ehrendoktorat der Universität Wien.